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Austernpilze züchten mit Kaffeesatz: So funktioniert’s!

Aktualisiert: 6. Apr.

Gesammelter Kaffeesatz zum Austernpilze züchten
Austernpilze züchten mit Kaffeesatz

Frische Austernpilze – ein kulinarischer Hochgenuss, der leider oft mit hohen Preisen und saisonaler Verfügbarkeit einhergeht. Aber was wäre, wenn Du Deine eigenen Bio-Austernpilze zu Hause züchten könntest – und das sogar auf Abfallmaterial?


Das ist möglich mit der Zucht von Austernpilzen auf Kaffeesatz! Kaffeesatz ist ein ausgezeichneter Nährboden für die Pilzzucht und ermöglicht es Dir, ganz einfach und kosteneffektiv Deine eigenen Pilze zu Hause zu züchten.


In diesem Ratgeber werden wir Dir alles Schritt für Schritt erklären, was Du wissen musst, um erfolgreich Austernpilze auf Kaffeesatz zu züchten.


Warum man Austernpilze auf Kaffeesatz züchten kann


Kaffeesatz dient als äußerst geeignetes Medium für die Zucht von Austernpilzen, da er essenzielle Nährstoffe wie Stickstoff, Kohlenhydrate und eine Vielzahl von Mineralien enthält. Diese Elemente sind fundamental für ein kräftiges Wachstum und die gesunde Entwicklung der Pilze.


Zusätzlich schafft die poröse Beschaffenheit des Kaffeesatzes in Kombination mit seiner exzellenten Fähigkeit, Wasser zu speichern, ideale Voraussetzungen für das Pilzwachstum.


Aufgrund dieser Merkmale wird Kaffeesatz häufig als bevorzugtes Substrat in der Kultivierung von Austernpilzen eingesetzt.



Was Du für die Austernpilzzucht auf Kaffeesatz benötigst


Materialien, die man zum Züchten von Austernpilze auf Kaffeesatz benötigt.
Austernpilze züchten auf Kaffeesatz

Plastik-Kübel + Deckel


Um Dein Austernpilzprojekt mit Kaffeesatz erfolgreich zu starten, brauchst Du einen Plastikeimer samt Deckel, der zwischen 3 und 5 Liter fasst. Wählst Du kleinere Gefäße, könnte sich das negativ auf Deine Erntemenge auswirken – entweder fällt sie zu klein aus oder das Pilzsubstrat trocknet zu rasch aus.


Bohre anschließend 2 bis 3 Löcher mit einem Durchmesser von jeweils 1 bis 2 cm in die Mitte des Eimers und verteile sie gleichmäßig. Diese Öffnungen dienen später als Durchschlupf für Deine Pilze.


Zunächst verschließt Du sie mit einem luftdurchlässigen Klebeband, das Du in der Apotheke bekommst. Das Klebeband schützt das Substrat vor Verunreinigungen.


Falls Du keinen Plastikeimer verwenden möchtest, gibt es als Alternative spezielle Plastiksäcke für die Pilzzucht, die mit einem Mikrofilter ausgestattet sind. Diese Säcke werden entweder mit einem Kabelbinder sicher verschlossen oder direkt verschweißt.





Kaffeesatz


Normalerweise ist es nicht notwendig, alten Kaffeesatz zu pasteurisieren oder zu sterilisieren, denn der Prozess des Kaffeebrühens sorgt bereits für eine ausreichende Sterilisation.


Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Du auf Anhieb 3 bis 5 Liter Kaffeesatz zusammenbekommst. Bewahre den Kaffeesatz daher in einem verschließbaren Kunststoffbehälter im Gefrierfach auf, um die Bildung von Schimmel zu minimieren.


Sobald Du genug Kaffeesatz für Dein Pilzzuchtprojekt gesammelt hast, taue ihn einfach wieder auf und vermische ihn dann mit der Pilzbrut, um den Zuchtprozess einzuleiten.


Pilzbrut


Das Ansetzen der Pilzbrut erfordert spezifisches Fachwissen und Erfahrung. Deshalb empfehlen wir, für den Einstieg und zur Sicherstellung des Erfolgs, die Pilzbrut von Fachhändlern online zu bestellen.


Diese Option erspart Dir nicht nur Zeit, sondern garantiert auch eine hohe Qualität und Vitalität der Brut, was für das Gelingen Deines Projekts entscheidend ist.


Für das Züchten von Austernpilzen auf Kaffeesatz hat sich Körnerbrut auf Hirsebasis als besonders vorteilhaft erwiesen. Diese wählen wir aus gutem Grund: Sie unterstützt das robuste Wachstum Deiner Pilze und verbessert die Nährstoffaufnahme erheblich.


Die feinkörnige Beschaffenheit der Hirse ermöglicht zudem eine homogene Verteilung der Pilzbrut im Kaffeesatz, was die Basis für eine reichhaltige und ertragreiche Ernte legt.


Austernpilze züchten mit Kaffeesatz: Schritt-für-Schritt-Anleitung



Schritte zum Züchten von Austernpilzen mit Kaffeesatz
Austernpilze züchten mit Kaffeesatz

1. Anmischen des Nährbodens


Nachdem Du ausreichend Kaffeesatz, ob aufgetaut oder frisch (nicht älter als drei Tage), zusammengetragen hast, ist der nächste Schritt, diesen in einem sterilisierten Kübel mit der Pilzbrut zu vermengen.


Für einen Kübel mit einem Fassungsvermögen von 5 Litern benötigst Du etwa einen halben Liter Brut von Seitlingen, wenn Du von einem Mischungsverhältnis von 10 % Pilzbrut ausgehst.

Nutze einen sterilisierten Löffel, um den Kaffeesatz und das Pilzmyzel sorgfältig miteinander zu vermischen. Die gründliche Vermengung fördert die optimale Ausbreitung des Pilzgeflechts und ermöglicht es, den Kaffeesatz zügig zu durchdringen!


Anschließend wird der Kübel mit einem sterilisierten Deckel sicher verschlossen, um eine ideale Umgebung für das Pilzwachstum zu schaffen.


Damit das Pilzmyzel sich gut vermehren kann, sollte das Substrat einen Wassergehalt von 50 % aufweisen. Das ist dann der Fall, wenn Du ihn fest in Deiner Hand zusammendrückst und nur ein paar wenige Tropfen Wasser aus dem Kaffeesatz austreten.

Kaffeesatz, der aus Filtermaschinen stammt, weist oft eine eher hohe Feuchtigkeit auf, während der aus Siebträgermaschinen gewonnene Satz tendenziell zu trocken sein kann.


Um zu feuchten Kaffeesatz aufzubereiten, kannst Du ihn vorsichtig mit Küchenpapier abtupfen.


Ist der Satz hingegen zu trocken, lässt sich das Problem durch das Hinzufügen von etwas heißem Wasser lösen; vergiss nicht, den Satz danach auf eine angenehme Temperatur abkühlen zu lassen!





2. Durchwachsphase


Innerhalb von drei Wochen wird das Pilzmyzel den Kaffeesatz vollständig durchdrungen haben.


Um dies zu ermöglichen, stelle den Kübel an einen Ort im Inneren, der vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist und eine Temperatur von etwa 20 bis 24 Grad Celsius aufweist. Diese Bedingungen sind ideal, da sie das Wachstum und die Entwicklung des Myzels optimal fördern.


Die konstante Temperatur und der Schutz vor zu starker Lichtexposition schaffen eine Umgebung, in der sich die Pilze wohlfühlen und ungehindert ausbreiten können. So wird sichergestellt, dass der Kaffeesatz als Nährboden effektiv genutzt wird und die Basis für eine erfolgreiche Zucht legt.


3. Fruchtungsphase


Rund drei Wochen nachdem das Pilzmyzel den Kaffeesatz vollends durchzogen hat, ist es an der Zeit, den Kübel an den kühlsten Platz in Deiner Wohnung zu versetzen. Für den Übergang zur Fruchtphase ist eine Umgebungstemperatur zwischen 15 und 22 Grad Celsius erforderlich.


Dieser Wechsel in der Umgebungstemperatur regt die Pilze in der Regel natürlich zur Fruchtbildung an. Die Pilzfruchtkörper beginnen nun, sich eigenständig durch die zuvor angebrachten Löcher im Kübel zu schieben.


Von diesem Zeitpunkt an ist es wichtig, die heranwachsenden Pilze zwei- bis dreimal täglich mit Wasser zu besprühen, ohne jedoch den Inhalt des Kübels selbst zu bewässern. Diese Methode unterstützt die optimale Feuchtigkeitsversorgung für die Entwicklung der Pilzfruchtkörper.


4. Ernte


Etwa 3 bis 5 Tage nachdem die ersten Fruchtkörper auftauchen, sind die Pilze bereit für die Ernte.


Nachdem die Pilze geerntet wurden, kannst Du das luftdurchlässige Klebeband wieder über die Löcher im Kübel anbringen und in Ruhe auf weitere Erntephasen hoffen.


Wenn Du Dein mit Myzel durchzogenes Substrat sorgsam betreut hast, kannst Du im Abstand von 3 bis 4 Wochen möglicherweise ein zweites und drittes Mal ernten.



Austernpilze mithilfe von Kaffeesatz zu züchten, ist ein spannendes und lohnendes Projekt. Es ist einfach, kostengünstig und auch nachhaltig, da es ein Abfallprodukt in nährstoffreiches Substrat für Deine Pilzzucht verwandelt.


Wir hoffen, dass dieser Leitfaden Dir das nötige Wissen und die Motivation gibt, direkt loszulegen. Experimentiere mit Freude und sei gespannt auf die Ergebnisse Deiner Arbeit. Viel Spaß beim Ausprobieren! =)



 


Autoren: Lukas & Marco

Die Gründer von Vungi
Gründer von Vungi

Gemeinsam gründeten Lukas und Marco die Firma Vungi mit dem Ziel, die faszinierende und facettenreiche Welt der Pilze einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Ihr Unternehmen verfolgt außerdem die Mission, das Bewusstsein für die gesunde und nachhaltige Natur vieler Pilzsorten als alternative Fleischquelle zu schärfen.






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