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Austernpilze: Alles, was Du wissen musst

Aktualisiert: 15. Juni

Willkommen zu unserem Ratgeber zum Thema Austernpilze (Syn. Austernseitlinge)!

Wenn Du auf der Suche nach einem vielseitigen und gesunden Pilz bist, der eine köstliche Ergänzung in vielen Gerichten darstellt, dann bist Du beim Austernpilz genau richtig.


In diesem Ratgeber findest Du Wissenswertes über Austernpilze: Von Ernährungswerten bis hin zu Tipps zur Verwendung in der Küche und dem Thema “Austernpilze als Fleischersatz”.


Zudem zeigen wir Dir hier auch, wie Du Deine eigenen Austernpilze züchten kannst, damit Du jederzeit frische und gesunde Pilze genießen kannst.


Lies weiter, um mehr über diesen faszinierenden Pilz zu erfahren.



Inhaltsverzeichnis



1. Austernpilze: Ein Überblick




Familie der Austernpilze (lat. Pleurotaceae, Seitlingsverwandte)


Bekannte Arten

  • Blaugrauer Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

  • Limonenseitling (Pleurotus citrinopileatus)

  • Rosenseitling (Pleurotus djamor)

  • Lungenseitling (Pleurotus pulmonarius)

  • Kräuterseitling (Pleurotus eryngii)


Aussehen

  • Pilze mit gewölbtem, fächerförmigem Hut

  • Durchmesser von etwa 5-15 cm

  • Farbe variiert je nach Art

  • Hutrand kann wellig oder glatt sein

  • Unterseite des Hutes mit vielen kleinen Lamellen

  • Stiel ist zylindrisch und kann eine Länge von bis zu 10 cm haben

  • Farbe des Stiels ist meistens heller als der Hut

  • Die Textur des Stiels ist meist glatt


Anbauempfehlung

Im Innenbereich auf Substraten, wie Stroh, Holz, Samenschalen oder Kaffeesatz.


Ideale Bedingungen zur Anzucht

Luftfeuchtigkeit von >80%, Temperaturen von 17-25°C, indirektes Tageslicht.


Verbreitungsgebiet

Weltweit verbreitet, insbesondere in gemäßigten Klimazonen.


Erntesaison

Indoor ganzjährig; in der Natur Spätsommer bis Herbst.


Verwendung in der Küche

Am besten schmeckt der Austernpilz gekocht oder gebraten als Zutat in Suppen, Pfannengerichten, Salaten und Saucen.


Geschmack

Variiert je nach Art.


Nährstoffgehalt

Reich an Eiweiß, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien.





2. Allgemeines zum Austernpilz


2.1. Was sind Austernpilze?

Austernpilze sind eine beliebte Pilzfamilie, die in der Küche und in der traditionellen chinesischen Medizin weit verbreitet sind.


Die Pilze haben eine charakteristische Form, die an eine Auster erinnert. Je nach Austernpilzart weisen die Hüte eine charakteristische Färbung auf. So ist der Limonenseitling etwa gelb oder der Rosenseitling rosa.


Im Vergleich zu anderen Pilzarten haben Austernpilze zum Teil einen leicht nussigen, fruchtigen bis hin zu leicht rauchigem Geschmack und eine zarte fleischähnliche Textur.


Austernpilze haben eine kurze Wachstumszeit und können schnell geerntet werden. Zudem sind sie, wie viele andere Pilzarten, reich an Vitaminen und Mineralstoffen.


Ein weiteres Merkmal von Austernseitlingen ist ihre Fähigkeit auf verschiedenen Arten von Nährstoffquellen zu wachsen.


Sie können auf Holz, Stroh, Kaffeesatz und sogar auf Karton angebaut werden. Diese Fähigkeit macht sie zu einer vielseitig einsetzbaren Pilzfamilie, die oft auch in urbanen Gebieten angebaut wird.





2.2. Die verschiedenen Arten von Austernpilzen


Es gibt zahlreiche Arten von Austernseitlingen, von denen jede ihre eigenen Merkmale und Eigenschaften aufweist. Die bekanntesten davon sind:


  • Blaugrauer Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

  • Limonenseitling (Pleurotus citrinopileatus)

  • Rosenseitling (Pleurotus djamor)

  • Lungenseitling (Pleurotus pulmonarius)

  • Kräuterseitling (Pleurotus eryngii)


Der Blaugraue Austernseitling (Pleurotus ostreatus)


Der Blaugraue-Seitling ist wegen seiner starken widerstandsfähigkeit die am häufigsten kultivierte Austernpilzart. Er entwickelt beim braten ein angenehmes Umami-Aroma. Zudem behält er beim Kochen seine feste, aber dennoch zarte Textur.



Blaugraue-Austernseitlinge (Pleurotus ostreatus)
Blaugraue Austernseitlinge (Pleurotus ostreatus)


Lungenseitling (Pleurotus pulmonarius)


Der Lungenseitling, auch als Löffelförmiger-Seitling oder Sommer-Austernseitling bekannt, ist etwas seltener, aber auch sehr lecker. Er hat einen milderen Geschmack als der blaugraue Seitling und eine etwas weichere Textur.

Der Lungen-Austernseitling fruchtet bei wärmeren Temperaturen als der Blaugraue-Austernseitling und eignet sich deshalb für den Anbau während der wärmeren Jahreszeit.


Lungenseitlinge
Lungenseitlinge (Pleurotus pulmonarius)

Limonenseitling (Pleurotus citrinopileatus)


Der Limonenseitling, auch als Zitronenseitling oder Goldener Austernpilz bekannt, ist aufgrund seiner zarten, fleischigen Konsistenz und seines leicht nussigen und limonenartigen Aromas ein beliebter Speisepilz.


Limonenseitlinge (Pleurotus citrinopileatus)
Limonenseitlinge (Pleurotus citrinopileatus)

Rosenseitling (Pleurotus djamor)


Der Rosenseitling, auch als Lachs-Austernpilz, Erdbeer-Austernpilz bekannt, zeichnet sich durch seine hellrosa bis lachsfarbenen Fruchtkörper aus. Angebraten weist er ein leicht rauchigen Geschmack auf, der an Speck und geräucherten Lachs erinnert.


Rosenseitling (Pleurotus salmoneostramineus)
Rosenseitling (Pleurotus salmoneostramineus)

Kräuterseitling (Pleurotus eryngii)


Der Kräuterseitling, auch als König-Austernseitling bekannt, hat einen robuste Textur und erinnert in seinem Geschmack an Fleisch.


Kräuterseitling (Pleurotus eryngii)
Kräuterseitling (Pleurotus eryngii)

Aufgrund ihrer unterschiedlichen Geschmacksprofile eignen sich die verschiedenen Arten von Austernseitlingen für eine Vielzahl von Gerichten und kulinarische Anwendungen.





3. Geschichtliches zum Austernpilz


Im asiatischen Raum, besonders in China und Japan, werden seit über 2000 Jahren Pilze gezüchtet. Einer der ältesten Zuchtpilze ist der Shiitake-Pilz (Lentinula Edodes).


In Europa besitzt Frankreich die älteste Kultur in der Anzucht von Speisepilzen. Hier wurde im frühen 18. Jahrhundert mit der Zucht von Champignons begonnen. Einen Boom erlangte die Champignonproduktion in Europa jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg.


Seit den 70er-Jahren werden hierzulande neben Champignons auch vereinzelt Austernpilze und Shiitake-Pilze angebaut.


Heute zählt der Austernpilz zusammen mit Champignons und Shiitake-Pilzen zu den wichtigsten Zuchtpilzen. Mit ihrer wachsenden Beliebtheit und der steigenden Nachfrage werden die Zuchtmöglichkeiten und die Forschung zur Verbesserung der Pilzproduktion immer wichtiger.



4. Austernpilze: Nährwerte und Verwendung in der Küche


4.1. Die Nährwerte von Austernseitlingen


Austernpilze sind nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund.


Pilze sind generell reich an Nährstoffen, enthalten wenig Kalorien, viele gesunde ungesättigte Fettsäuren und sind eine hervorragende Quelle für Proteine, Ballaststoffe, Mineralstoffe und Spurenelemente (Kalium, Natrium, Kalzium, Magnesium, Phosphor) sowie Vitamine (B-Vitamine, Folsäure).



Angabe der essentiellen Nähwerte von Austernpilzen
Nährwerte von Austernpilzen

(Hinweis: Die Nährwerte können je nach Anbau- und Herstellungsbedingungen variieren.)


Quelle der Nährwertangaben: Deutsches Ernährungsberatungs- und Informationsnetz: Austernpilz roh; https://www.ernaehrung.de/lebensmittel/de/K740100/Austernpilz-roh.php, zuletzt abgerufen am 16.08.23


4.2. Verwendung von Austernpilzen in der Küche


In der Küche können Austernpilze auf verschiedene Arten zubereitet werden und sind somit sehr vielseitig einsetzbar. Die Pilze eignen sich hervorragend als Zutat für Suppen, Eintöpfe, Pfannengerichte oder als Beilage zu Fleisch und Gemüse. Austernpilze können grundsätzlich roh gegessen werden. Wir empfehlen sie zu kochen, zu grillen, zu braten oder zu backen.


Austernpilze aus Kulturzucht sind roh genießbar, jedoch nicht jedermanns Geschmack und können Verdauungsprobleme verursachen. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, wird empfohlen, Austernpilze stets zu kochen oder zu braten, um ihre Verträglichkeit und den Geschmack zu verbessern.

Austernpilze weisen eine kurze Garzeit auf und behalten beim Zubereiten ihre feine Textur. Nicht zuletzt aufgrund ihres leckeren Geschmacks sind Austernpilze eine hervorragende Wahl für jeden, der nach einer gesunden, nachhaltigen und schmackhaften Ergänzung für seine Ernährung sucht.


4.3. Risiken beim Verzehr von Austernpilzen


Generell sind Austernpilze für die meisten Menschen unbedenklich zu konsumieren. Dennoch sollte man auf folgende Dinge achten:


  • Zum einen können manche Menschen allergisch auf Pilze reagieren.

  • Zum anderen können Austernpilze Schadstoffe aus der Umgebung aufnehmen, in der sie wachsen. Daher ist es wichtig, nur Pilze aus vertrauenswürdigen Quellen zu beziehen und darauf zu achten, dass sie möglichst frisch und unbeschädigt sind.



Pilzbox für Austernpilze


5. Austernpilze als Fleischersatz


5.1. Warum sich Austernpilze als Fleischersatz eignen?


Austernpilze eignen sich aufgrund ihrer zarten, fleischähnlichen Konsistenz und ihres hohen Proteingehaltes hervorragend als Fleischersatz in vegetarischen oder veganen Gerichten.


5.2. Die ökologischen Vorteile von Austernpilzen


Austernpilze haben eine Reihe von Vorteilen, die sie zu einem nachhaltigen Lebensmittel machen.


Zum einen benötigen sie im Anbau im Vergleich zu anderen Fleischersatzprodukten, wie z.B. Soja, deutlich weniger Wasser und Land um angebaut zu werden.


Die Produktion von Rindfleisch benötigt laut einer Studie der University of Oxford gar 20-mal mehr Land und 15-mal mehr Wasser als die Produktion von Pilzen.


Austernpilze sind außerdem sehr effizient darin, Nährstoffe aus schwer abbaubaren Materialien zu nutzen und in Biomasse umzuwandeln.


Sie sind in der Lage zellulosehaltiges Material zu verdauen und können auf organischen Abfallstoffen, wie z.B. Sägespänen, Kaffeesatz und Stroh, angebaut werden.


Dies schafft nicht nur neue Verwendungsmöglichkeiten für Abfallprodukte, sondern kann auch dazu beitragen, den Bedarf an landwirtschaftlichen Flächen zu reduzieren.






6. Austernpilze als Heilmittel


Austernpilze haben in der traditionellen chinesischen Medizin schon lange einen hohen Stellenwert. Dort werden sie zur Behandlung von unterschiedlichen Beschwerden, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes oder auch Krebs eingesetzt.


Auch in der westlichen Medizin gibt es mittlerweile Interesse an den in Austernpilzen enthaltenen Wirkstoffen. Dabei sind jedoch weitere Studien notwendig, um die therapeutischen Wirkungen von Austernpilzen zu bestätigen.


In jedem Fall können Austernpilze eine wertvolle Ergänzung einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung darstellen und dazu beitragen, die Gesundheit zu erhalten und zu fördern.


7. Austernpilze selber züchten


Austernpilze zu züchten ist ein faszinierendes Vorhaben, das Dir nicht nur Einblick in die Welt der Pilzkultivierung bietet, sondern auch die Tür zu einer eigenen kleinen Pilzfarm öffnet – direkt bei Dir zuhause. Ob Du eine Pilzbox wählst, dich für einen Pilzkübel entscheidest oder alles komplett in Eigenregie angehst, jede Methode hat ihren eigenen Charme.


Die Pilzbox ist für Einsteiger ideal, da sie quasi ein All-in-one-Kit bietet: Substrat und Sporen sind bereits optimal aufeinander abgestimmt, und Du kannst sofort mit der Zucht starten. Innerhalb von wenigen Tagen kannst Du Deine eigenen Austernpilze ernten.


Ein Pilzkübel eignet sich hervorragend, wenn Du etwas mehr Platz hast und öfters eigenen Austernpilze anbauen möchtest. Die Anzucht ist etwas fortschrittlicher, da man hier noch das Substrat selbst anmischen muss. Dies ist jedoch keine große Hexerei und in wenigen Minuten erledigt. ;)


Für die DIY-Begeisterten unter uns bietet die Zucht in Eigenregie die ultimative Herausforderung: Von der Beschaffung der Sporen über die Auswahl des Substrats bis hin zur Schaffung der idealen Wachstumsbedingungen – hier steuerst Du jeden Schritt selbst.


Egal, für welche Methode du dich entscheidest, die Zucht von Austernpilzen ist ein spannendes Projekt, das mit ein wenig Geduld und Sorgfalt zu köstlichen Ergebnissen führt.


Falls Du Dich für das Austernpilze züchten interessierst, dann schau am besten in unserem Ratgeber vorbei, in dem wir auf alle Möglichkeiten des eigenen Anbaus genauer eingehen.



FAQs


Sind Austernpilze essbar?

Ja, einige Austernpilzarten sind essbar und sehr schmackhaft. Wir empfehlen Dir, den Pilz vor dem Verzehr zu garen oder zu braten, damit er sein volles Aroma entwickeln kann.

Sind Austernpilze gesund?

Ja, Austernpilze sind gesund. Sie sind kalorienarm, reich an Proteinen, ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen. Darüber hinaus sind sie eine gute Quelle für Mineralstoffe, verschiedene B-Vitamine, Folsäure sowie Vitamin C und D.

Wann darf man Austernpilze nicht mehr essen?

Austernpilze sollten nicht mehr gegessen werden, wenn sie gelbbraune Verfärbungen aufweisen, schmierige oder eingetrocknete Kappen aufweisen. Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass die Pilze bald verderben. Es ist wichtig, Pilze kühl aufzubewahren und bei Verfärbungen oder unangenehmen Geruch vorsichtshalber auf den Verzehr zu verzichten.

Was ist das Besondere an Austernpilzen?

Das Besondere an Austernpilzen ist ihr vollmundiger, kräftiger, fleischähnlicher Geschmack. Sie sind der zweitbeliebteste Speisepilz und erinnern im Geschmack an Kalbfleisch. Die Pilze wachsen in Trauben und haben eine charakteristische Form, die an eine Austernbank erinnert.

Soll man Austernseitlinge waschen?

Nein, Austernpilze sollte man nicht waschen, da sie leicht Wasser aufnehmen und dadurch matschig werden können. Es ist ausreichend, die Pilze vor der Zubereitung mit einem Küchentuch oder Pinsel zu reinigen.

Wo finde ich Austernpilze?

Austernpilze finden sich meist an Totholz von Laubbäumen, vor allem an Buchen. Auch bei niedrigen Temperaturen, ab 10 Grad Celsius können sie gefunden werden.

Kann man die Stiele der Austernpilze essen?

Ja, man kann die Stiele der Austernpilze essen, solange sie zart sind. Wir empfehlen den gesamten Pilze für die Zubereitung zu nutzen.

Kann man Austernpilze verwechseln?

Generell gilt: Wenn Du beim Sammeln von Pilzen nicht sicher bist, ob es sich um einen essbaren Pilz handelt, ist es am besten, den Pilz stehen zu lassen und nicht zu verzehren, um das Risiko einer Vergiftung zu vermeiden.

Wie schnell wachsen Austernpilze?

Austernpilze wachsen innerhalb von 3-7 Tagen, nachdem die ersten Baby-Pilze sichtbar sind. Die Wachstumsgeschwindigkeit hängt von der Umgebungstemperatur ab und kann bei wärmeren Bedingungen schneller sein.


 


Autor: Lukas & Marco


Die Gründer von Vungi
Gründer von Vungi

Lukas und Marco haben gemeinsam das Unternehmen Vungi gegründet und möchten damit Menschen die faszinierende Welt der Pilze näher bringen und sie damit bei einer gesunden und nachhaltigen Ernährung unterstützen.





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